Konzept der Hausaufgabenhilfe International
Vorbemerkung
Bereits Anfang der siebziger Jahre entstanden in Mannheim und anderen Städten Initiativgruppen im außerschulischen Bereich, um der sozialen und schulischen Benachteiligung von Migranten-Kindern entgegenzuwirken. Der Stadtjugendring Mannheim e. V. und die Gewerkschaftsjugend initiierten 1971 einen Betreuungskreis für schulpflichtige Kinder dieses Personenkreises. Begonnen wurde mit 5 Gruppen in verschiedenen Schulen.
Es gibt z.Zt. 30 Hausaufgabehilfe-Gruppen, vorwiegend im Grundschulbereich. Diese werden von 160 ehrenamtlichen MitarbeiterInnen betreut. Von einer ursprünglich reinen "Hausaufgabenüberwachung" entwickelte sich die Hausaufgabenhilfe bis heute kontinuierlich zu einer allgemeinen Sozialisationshilfe für Kinder und Jugendliche, wobei der Schwerpunkt im Grundschulbereich liegt.
1. Zielsetzungen
Die Hausaufgabenhilfe gibt Kindern und Jugendlichen Gelegenheit
- ihre Hausaufgaben zu bearbeiten, vor allem wenn elterliche Hilfe nicht möglich ist
- nicht verstandene Lerninhalte durch individuelle Hilfestellung zu klären und richtig anzuwenden
- in alters- und gruppengemäßen Beschäftigungen ihre sprachlichen und sozialen Fähigkeiten zu verbessern; insbesondere im Umgang mit anderen Kindern Kontakte zu knüpfen (= interkulturelle Kompetenz erwerben)
- durch vielfältige Hilfestellungen den schwierigen Prozeß der Integration erfolgreich zu bewältigen.
Wichtige Merkmale der Förderung sind
- die Freiwilligkeit der Teilnahme
- die Orientierung an dem Leistungsvermögen der Kinder/Jugendlichen und an der jeweiligen Lebenssituation
- die Individualisierung des pädagogischen und didaktischen Angebots
- der Erlebnischarakter der Beschäftigungen
- die sprachliche und soziale Ausrichtung
2. Zusammenarbeit mit Eltern, Schule und anderen Institutionen
- Zur Verwirklichung obiger Zielsetzungen ist es wichtig, Verbindung zu den Eltern der Kinder und Jugendlichen aufzunehmen, um diese mit der Hausaufgabenhilfe und ihren Zielen vertraut zu machen. Es ist aber auch umgekehrt notwendig für die MitarbeiterInnen, den familiären Hintergrund der SchülerInnen kennenzulernen.
- Die Vernetzung mit anderen sozialen Einrichtungen (psychologische Beratungsstelle, ASD...) ist notwendig, um den jeweiligen SchülerInnen oder der Familie bei besonderen Problemen behilflich sein zu können.
- Der gute Kontakt zwischen Schule und Hausaufgabenhilfe-Gruppe ist eine notwendige Voraussetzung für eine qualitativ hochwertige Arbeit.
- Der regelmäßige Austausch zwischen LehrerInnen, RektorIn und Hausaufgabenhilfe- MitarbeiterInnen ist dringend erforderlich, um möglichst kurze Wege bei der Klärung von Fragen und Problemen (z. B. welche Hausaufgaben, welche Lernprobleme, Rechtschreibreform, Frühwarnsystem...) zu gehen.
- Die Schule sollte immer wieder auf die vorhandene Hausaufgabenhilfe-Gruppe hinweisen. Die LehrerInnen wissen am besten, wer diese Gruppe braucht.
- Durch die Zusammenarbeit von Schule und Hausaufgabenhilfe-Gruppe kann besser auf die speziellen Defizite und Lernprobleme der SchülerInnen eingegangen werden. Z. B. können auch durch Exkursionen, Verkehrsübungen etc. Lerninhalte aufgegriffen und intensiviert werden.
- Bei besonderen schulischen und außerschulischen Veranstaltungen sind gegenseitige Absprachen bis zur konkreten Zusammenarbeit vorteilhaft, z. B. bei Lehrgängen, Schulfesten, Projekttagen, Lehrerkonferenzen.