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Wege eines Suchtkrüppels PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Madeleine   
Ich lieferte euch das Geständnis: "Ich weiß, ich rauche zu viel!" Also hier die Geschichte eines Suchtkrüppels, der keiner mehr sein wollte! Das ist meine Geschichte, ich bin der Suchtkrüppel!

Mit neun Jahren zog ich zum ersten Mal an einer Zigarette... Und ich prustete! Die folgenden Jahre war ich absoluter Antiraucher. Ich verfluchte meine Familie, die fast komplett bis hoch zur Großtante raucht! Heimlich stahl ich die Zigaretten meines Vaters und versteckte sie hinter der Biomülltonne im Hof. Dadurch erhoffte ich mir, dass ihm die Zigaretten zu sehr nach Kompost schmecken würden, doch dem war nicht so. Ich hätte sie vielleicht in der Mülltonne statt dahinter versenken sollen!
Mit 13 fing ich dann selbst an. Ich saß mit zwei Freundinnen im Mces am Wasserturm, oben im Nichtraucherbereich und rauchte. So hat es angefangen. Ich weiß gar nicht mehr, wie lange ich dann geraucht oder nicht geraucht habe. Im Oktober 2002 war ich jedoch der Sucht verfallen. Auch, wenn ich noch relativ wenig und nicht immer und überall rauchte. 4 Monate rauchte ich und dann, welch Wunder,   1 ½ Jahre nicht! Doch im Sommer 2004 erlag ich dem Partyraucherdasein! Ein Jahr lang war ich Raucher übelster Sorte: Gammler! Schnorrer!                         

Im Sommer 2005 flog ich mit fünf Freundinnen nach Schottland. Ich hatte mir vorgenommen, nicht mehr als 2 Schachteln in einer Woche zu rauchen, doch es wurden mehr, viel mehr! Man prophezeite mir, ich würde nach den Ferien nicht mehr aufhören können. Und so kam es, ich fing sogar an in der Schule zu rauchen. Gewisse Lehrer mit ihren nicht vorhandenen pädagogischen Kenntnissen, Klausurenstress und der nervige Alltag machten mich fertig. Zigaretten beruhigten mich, brachten mich runter. Und so kam es, spätestens Silvester 05/06 konnte ich es nicht mehr leugnen, Raucher zu sein! Im Februar 06 fing ich an regelmäßig zuhause zu rauchen, um meinem depressiven Gedankengut Ausdruck zu verleihen. Die Sucht trieb mich dazu, sie hatte mich nun endgültig erfasst!

Doch mein Vater beschloss nach 37 Jahren aufzuhören! Also beschloss ich, auf Bitte meiner Mutter, ihn zu unterstützen und ebenfalls nicht mehr zu rauchen! Der erste Schultag im Schuljahr 06/07 war gleichzeitig unser erster rauchfreier Tag. Jeder lachte mich aus, wenn ich den Satz „Ich rauche nicht mehr!“ fallen ließ! Ich, die bis jetzt alle dazu gebracht hatte, rückfällig zu werden.
Die ersten Wochen blieb ich hart, ich wollte das schaffen und das tat ich auch- ohne Probleme. Doch nach einer gewissen Weile fing die noch vorhandene Zigarettenschachtel, die in meinem Zimmer lag, an mich zu bezirzen. Sie machte mich an, machte mir Hoffnungen. Doch ich hielt Stand.
Wenn das ganze Umfeld aber Stunde um Stunde vor deiner Schnauze raucht, drohst du schnell kläglich zu scheitern! Und ich gestehe auch, manchmal werde ich schwach. Und so geschah es in den folgenden Wochen immer mal wieder. Das Nikotin brauche ich weder täglich noch stündlich. Aber ein Leben ganz und gar ohne, wäre für mich nur vorstellbar, wenn ich abends das Haus nie wieder verlassen würde.
 
Ob und wie mein Vater die bisherigen Monate wirklich überstanden hat, weiß ich nicht sicher. Aufzuhören ist leicht, das tat ich oft! Nicht wieder anzufangen ist das Schwere.
Doch Suchtkrüppel werden wir immer bleiben, ich und mein Vater. „Trocken-Suchtkrüppel“!

Madeleine

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