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Ein Interview mit Bülent Ceylan PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Stefan   
Ein Mannemer verbreitet unsern Dialekt und das mit Stolz. Wer kennt ihn nicht den 31-jährigen Bülent Ceylan, der deutschlandweit ein angesagter Comedian ist. Wir hatten das Glück ihn auf der Pressekonferenz zur Benefizveranstaltung für Freezone zu interviewen.
Wie bist du zu dem Beruf des Comedian gekommen?

Ich fang mal ganz von Vorne an. Also, als ich 8-9 Jahre war hab ich meine Mutter  zum Lachen gebracht. Meine Mutter war mein erster Fan.

buelent2 In der 11. Klasse gabs dann ein Schulfest. Da durfte dann jeder etwas machen, wie Theater oder Gesang und ich hab dann zu meinen Lehrern gesagt, ich würde gerne Boris Becker imitieren. Die Lehrer haben dann gesagt: „ Nee, Bülent überleg dir des nochmal.“ Ich hab mich aber echt aufgedrängt und gesagt: „Des funktioniert, ich will des machen!“ Aber keiner hat wirklich an mich geglaubt. Es waren dann so ca. 550 Leute da, Lehrer und Schüler, und die haben voll gelacht. Das war sicherlich ein erster Antrieb, weil wenn sie nicht gelacht hätten, hätte ich vielleicht damals gesagt, okay vergiss es. Und dann beim Abiball hab ich nochmal die Sau rausgelassen mit verschiedenen Stimmen. Ich eröffnete den Abend mit Helmut Kohls „Gudn Abend“ und die Leute fanden es total geil. Die Erwachsenen erwarteten aber auch nicht von den Schülern das große Kabarettprogramm. Die Lehrer sind danach gekommen und haben gesagt: „ Mach was in der Richtung!“.

Ich hab des dann so ein bisschen weiter gemacht, bin dann irgendwann zu Viva und hab dort mit in der Redaktion gearbeitet. Im Grunde war ich Praktikant, aber die Praktikanten sind dort eigentlich die Redakteure. Ich hab dort die Sprüche unter anderem für Mola Adebisi geschrieben und über die haben natürlich alle gelacht. Daraufhin wollte ich an die Front und weil ich bei Viva nicht als Moderator genommen wurde, im Nachhinein zum Glück, bin ich zurück nach Mannheim zum RPR Radio. Dort habe ich dann Stimmen imitiert, was schon ganz gut war.

Und dann hab ich mir mit 22 Jahren gedacht, ich geh jetzt mal auf die Bühne. Angefangen hab ich auf Partys, in Cafés und auf einer Kleinkunstbühne in der Nähe des Capitols. Daraufhin wurde ich auf das Gipfelstürmerfestival in Hamburg aufmerksam gemacht, wo ich doch mal ein Video hinschicken sollte. Also hat mein Vater mich dann mal gefilmt und ich habe das Video auf den letzten Drücker weggeschickt. Und auf einmal wurde ich eingeladen und dachte mir nur „Was geht denn jetzt?“ Die Kabarettisten aus der Region haben dann auch zu mir gesagt, dass das meine Chance sein könnte, denn dort sind die 5 bedeutendsten Nachwuchskünstler eingeladen worden.

Da wurde ich dann von einer Berliner Agentur entdeckt. Die haben mich dann immer mehr vermarktet und alles wurde immer professioneller. Deshalb habe ich auch mein Politik- und Philosophiestudium nach der Zwischenprüfung abgebrochen. Ich musste gar nicht so viel machen, es ging Schritt für Schritt vorwärts und jetzt spiele ich Bundesweit und es macht mir immer noch einen rießen Spaß.

 

Hast du irgendwelche Vorbilder?

Im Comedybereich finde ich Borat, Ali G. oder wie er richtig heißt Sacha Cohen richtig gut. Er provoziert zwar die Leute und geht auch weit über die Grenzen, aber genau sowas bleibt halt auch hängen. Das ist einfach so ein Typ, der hat was und genau deshalb favorisiere ich ihn.

Was ist neu an deinem neuen Programm „Kebabbel net“ ?

„Halb getürkt“ ist kabarettistischer als es „Döner für one“ war. Der Mix soll im Grunde beibehalten werden, aber es sollen neue Geschichten geben und noch ein  bisschen rockiger werden. Ich habe gemerkt, dass  die Rocksachen, wie zum Beispiel vom „Mompfred“ besonders gut ankommen. hasan2Auch die älteren Leute fahren darauf ab und ich habe eh ein sehr gemischte Publikum. Ich habe das Gefühl, dass die Leute so kranke Nummern und Schocknummern  brauchen, wo sie einfach nur denken „hö?“ . Du brauchst einfach ein paar Sachen, wo sich die Leute fragen „Was ist denn jetzt?“. Aber natürlich macht es einfach die Mischung, denn nur „Mompfred“ wäre auch nix und ich hoffe die Erwartungshaltung auch im neuen Programm erfüllen zu können. Geplant ist auch ein Rap von Hassan (Bild), der in die Richtung von Seeed geht.

 

Welchen deiner Charaktere spielst du am liebsten?

Ich stehe hinter allen Charakteren und mag alle, aber im Moment favorisiere ich wirklich den Mompfred. Da kann ich aus mir raus, total kranke Sachen machen, auf das Publikum eingehen und auch mal jemanden dumm anmachen ohne, dass man es mir übel nimmt.

 

Wie würdest du den echten Mannemer charakterisieren?

Der Mannemer ist für mich ein ganz bodenständiger Typ. Wenn hier einer sagt „Hey, du Drecksau!“, dann weißt du, wo du dran bist und des ist halt Mannem. Es ist einfach direkt und ich hab einfach das Gefühl, der Mannheimer sagt, was er denkt. Mir ist es viel lieber, wie wenn es dann hinten rum geht. Klar gibt es überall Idioten, aber Mannheim ist multikulti und  durch Projekte kommen immer wieder neue Leute zusammen. Und was an Mannheim  noch so geil ist, es gibt wenige Städte, die so zusammenhalten, was Projekte angeht. Wie sich unteranderem die Künstler von Mannheim engagieren ist etwas ganz besonderes.

Wo kann man dich in nächster zeit in der Umgebung noch sehen?

Am 21.Juli bin auf der Seebühne und ganz wichtig natürlich am 29. Juli auf der Wasserbühne im Jungbusch bei der Benefizveranstaltung für Freezone. Bis zum 19. September kann man mich noch in der Umgebung noch ein zweimal sehen, aber dann startet dann im Kapitol mein neues Programm. 4 Tage am Stück. Aber die genauen Termine kann man natürlich auf meiner Homepage www.buelent-ceylan.de  nachlesen.

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